Schimmel in der Wohnung

Schimmel in der Wohnung ist keine Seltenheit. Der Deutsche Mieterbund (DMB) gibt dazu an, dass allein in Deutschland annähernd drei Millionen Wohnungen von dieser unangenehmen und ungesunden Folge der Feuchtigkeit betroffen sind. Die Schimmelbildung lässt sich nur effizient vermeiden, wenn alle Beteiligten wie Mieter und Hauseigentümer zunächst einmal gut darüber informiert sind, wie der Schimmelpilz entsteht, um daraus geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung abzuleiten. Darüber hinaus soll hier Auskunft gegeben werden über die sich bietenden Möglichkeiten, den Schimmel, wenn er dann da ist, erfolgreich und nachhaltig zu bekämpfen.

Diese Faktoren begünstigen die Bildung des Schimmels in der Wohnung

Schimmelpilze sind ebenso genügsam wie anpassungsfähig. Für den Schimmelbefall sind im Wesentlichen drei Voraussetzungen zu nennen:

1.) Häufig hohe (Luft)Feuchtigkeit

Dort, wo sich feuchte Luft an kühlen Oberflächen niederschlägt, besteht eine signifikant erhöhte Wahrscheinlichkeit für Schimmelbildung. Dabei muss es sich nicht unbedingt um deutlich sichtbare Kondenswassertropfen handeln. Es reicht meistens schon aus, wenn die relative Luftfeuchtigkeit im Raum über 65 Prozent liegt. Im unmittelbaren Umfeld einer kalten Oberfläche konzentriert sich die Luftfeuchtigkeit dann auf mehr als 80 Prozent und in der Folge wird das Material langfristig nass, ohne dass dies für unser Auge direkt sichtbar wird, aber dies ist für einen ständigen Schimmelaufwuchs absolut ausreichend.

Es gilt daher die folgende Faustregel:

Die Luftfeuchtigkeit der Raumluft sollte maximal 60 Prozent betragen (abgesehen von kurzfristigen Steigerungen zum Beispiel während des Lüftens), im Bereich kühler Oberflächen dürfen 80 Prozent nicht überschritten werden.

2.) Unsere Wohlfühltemperaturen

Es gibt bei der Wohlfühltemperatur der Schimmelpilze und der Menschen einen weiten Überschneidungsbereich, wobei Erstere mit dem Range von 15 bis 30 Grad fast noch flexibler sind als wir. In der Folge leben die Pilze auch gern dort, wo Menschen wohnen.

3.) Die menschliche Behausung stellt ein üppiges Nährstoffangebot dar

Schimmelpilze haben sich als Nahrungsquellen zufällig jene Materialien ausgesucht, mit denen wir uns täglich umgeben. Das sind, um nur einige zu nennen:

  • Diverse Holzarten (gerade auch Spanplatten)
  • Papier, Pappe und Karton
  • Tapeten und Tapetenkleister
  • Gummi, Kunststoffe und Silikone
  • Teppiche und andere Fußbodenbeläge
  • Farbe, Lacke und Kleber
  • Lederwaren

Wind beziehungsweise Luftzirkulation bedeutet einen erhöhten Trocknungseffekt. Das mag Schimmel gar nicht. Daher finden wir ihn meistens in ganz ruhigen Ecken hinter Schränken, Verkleidungen, Vorhängen oder unter Fußbodenbelägen. Dann hört man in diesem Zusammenhang immer wieder den Begriff der "Wärmebrücke". Dabei handelt es sich um diejenigen Bereiche, wo Wärme besonders schnell und umfangreich von innen nach außen transportiert wird. Daher ergeben sich Wärmebrücken und in gleichem Zuge auch Schimmelbildungen oftmals an Fensterlaibungen, Rollladenkästen, Balkone und Loggias.